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Antonius van Uden ist davon überzeugt, dass das gehörlose Kind über die Lautsprache, insbesondere über die präsentierende Sprache der Mutter, lernt. Hierbei gibt die Mutter die Äußerungen des Kindes in sprachlich richtiger Form wieder (Doppelrolle). Es wird dabei vorausgesetzt, dass die Mutter melodisch und klar artikuliert spricht, um dem Kind die Chance zum Absehen zu geben. Er nennt diese Methode die „Muttersprachlich Reflektierende Methode“ (M. R. M.). Das Lallen des gehörlosen Kindes soll vorerst aufgegriffen und gefördert werden (Fangmethode). Dabei soll das Kind merken, dass es durch seine Äußerungen, auch wenn es selber sie nicht hört, etwas bewirken kann. Durch diese Konditionierung wird, nach van Uden, das Kind bald schallgerichtet sein. Dies kann mit oder ohne Zuhilfenahme von Hörhilfen (HG; CI) geschehen. Diese Methode ist die moderne Ableitung der oralen Methode. Das Ziel sowohl der „Muttersprachlich Reflektierende Methode“ als auch der traditionellen oralen Methode ist der Erwerb einer Lautsprachkompetenz, um im Alltag kommunizieren zu können, wobei der Sprachaufbau interaktional erfolgen soll. Dieser Spracherwerb führe zu einer vollständigeren Integration in die „hörende“ Welt. Van Uden hat nach eben dieser Methode am Instituut voor Doven in St. Michielsgestel gearbeitet. Wobei im Schulunterricht unterstützende Systeme wie Lautbegleitende Gebärden (LBG) und Phonembestimmtes Manual System (PMS) hinzugezogen wurden. Allerdings ist van Uden der Meinung, dass die Gebärdensprache und die Lautsprache unvereinbar miteinander seien. Die Sprechweise soll immer antlitzgerichtet erfolgen. Pater Dr. Antonius Maria Johannes van Uden gilt weltweit als der bedeutendste europäische Gehörlosenpädagoge der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Van Uden hat
zahlreiche Arbeiten in niederländischer, englischer und auch in
deutscher Sprache veröffentlicht. |
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· Eine
Welt der Sprache für gehörlose Kinder. Muttersprachlich reflektierte
Lautsprachmethode und psycholinguistische Erkenntnisse für die
Gehörlosenbildung. Villingen 1976. |
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